Typisch deutsch – was ist das?

Thema/Hintergrund

Adaptiert und erweitert aus: Ulrich, Susanne, unter Mitarbeit von Jürgen Heckel, Eva Oswald, Stefan Rappenglück und Florian Wenzel: Achtung (+) Toleranz. Wege demokratischer Konfliktregelung. Praxishandbuch für die politische Bildung, 4. überarbeitete Auflage mit Praxisanleitung auf CD-ROM, Gütersloh 2006

Die Teilnehmer_innen erhalten einen Übungsbogen (Arbeitsblatt B.VII.1.) und vervollständigen darauf fünf Sätze zu der Thematik »Deutsche Identität«. In Kleingruppen werden diese Antworten diskutiert. Anschließend wird das Ergebnis der Diskussion im Plenum dargestellt. Schließlich erhalten die Kleingruppen den Auftrag, eine typisch deutsche kulturelle Vorstellung einzustudieren und später der Gesamtgruppe zu präsentieren.

Ziele

  • Verhältnis zur deutschen Identität ergründen
  • Gründe für die Schwierigkeiten herausfinden, die mit dem Begriff der deutschen Identität verbunden sind

Konsequenzen im Verhalten gegenüber Menschen anderer Nationalitäten abschätzen lernen.

Durchführung der Übung

Phase A

An die Teilnehmer_innen wird der Arbeitsbogen »Typisch deutsch!?« (B.VII.1.) ausgeteilt. Sie werden gebeten, die dort aufgeführten Sätze spontan zu vervollständigen. Sie haben dazu fünf bis zehn Minuten Zeit.

Zur Verdeutlichung der stillschweigenden Annahmen und Vorurteile, die sich innerhalb der deutschen Gesellschaft verfestigt haben, können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend aufgefordert werden, besondere Merkmale zu benennen, die sie mit Norddeutschen, Süddeutschen, Westdeutschen und Ostdeutschen verbinden.

Variante

Alle erhalten ein Exemplar des Arbeitsbogens »Typisch deutsch – was ist das?« (B.VII.2.). Darin sind spontan die Aussagen anzukreuzen, denen sie zustimmen. Sie erhalten dazu fünf Minuten Zeit. Diese Variante bietet sich an, wenn das Thema »Typisch deutsch« nicht so ausführlich behandelt werden soll. Sie lässt den biografischen Aspekt außer Acht. Die Übung kann jedoch auch als Ergänzung des ersten Arbeitsbogens dienen, wenn eine vertiefende Bearbeitung der Frage: „Was ist typisch deutsch?“ gewünscht wird.

Phase B

Wer seinen Bogen ausgefüllt hat, macht dies durch Handzeichen deutlich und findet sich mit drei bis vier weiteren Personen zu einer Kleingruppe zusammen. Die Kleingruppen ziehen sich in die zur Verfügung stehenden Räume zurück. Sie sollen dort die Ergebnisse auf den Bögen vergleichen und gemeinsame oder unterschiedliche Meinungen zu den einzelnen Punkten auf einem Flipchart festhalten. Zusätzlich erhalten sie einen weiteren Auftrag (Arbeitsblatt B.VII.3.) Für die Kleingruppenarbeit sind insgesamt 30 bis 40 Minuten vorgesehen. Anschließend werden die Darstellungen und Plakate im Plenum präsentiert.

Auswertung

In der Gesamtgruppe werden die verschiedenen Positionen und Schwierigkeiten besprochen, die mit der deutschen Identität bzw. dem Leben in Deutschland zusammenhängen. Hierbei liegt der Fokus auf der Bearbeitung der Frage: Wie werden Deutsche von anderen wahrgenommen? Sind die Einschätzungen der Deutschen über das Bild, das sich Ausländerinnen und Ausländer ihrer Meinung nach von Deutschen machen, realistisch? Welche Unterschiede gibt es je nach unterschiedlichen Ereignissen, die die internationalen Medien beherrschen?

Welche interkulturellen Missverständnisse können entstehen, wenn stillschweigende Annahmen über Fremdbilder eine Begegnung beeinflussen? Welche Konsequenzen kann ein »gestörtes Verhältnis« zur eigenen Nationalität haben?

Rahmenbedingungen

Zeit:

- 1 bis 1,5 Stunden

Material:

- Arbeitsblatt B.VII.1. – B.VII.3.

- Moderationskoffer

- Flipchart

Arbeitsmaterial

- Arbeitsblatt B.VII.1.

- Arbeitsblatt B.VII.2.

Arbeitsblatt B.VII.3.


Themen
  • Rassismus und Menschenrechte
Schlagworte
  • Einstellungsmuster der Mehrheitsgesellschaft
  • Alltagsrassismus
Zielgruppen
  • Multiplikator_innen/Lehrer_innen
  • Menschen mit Migrationsgeschichte/People of Color
  • Engagierte Bürger_innen
Mediengattung
  • Unterrichtsmaterial/Arbeitshilfe