Die Lebensuhr

Thema/Hintergrund

Warm-up- und Kennenlernübungen

Adaptiert aus: Alte Feuerwache e.V. Jugendbildungsstätte Kaubstraße (Hg.): Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit, 1. Auflage, 2012, Münster: UNRAST-Verlag.

Durchführung der Übung

Die Seminarleitung verteilt an jede_n Teilnehmer_in ein Exemplar der Lebensuhr (siehe Arbeitsblatt A.IV.) und erklärt, dass in der 100 Jahre umfassenden Lebensuhr die Uhrzeiten Lebensjahre darstellen. Der äußere Kreis symbolisiert dabei die ersten 50 Lebensjahre und der innere die zweiten 50 Lebensjahre.

Anschließend bittet die Seminarleitung die Teilnehmenden, sich jeweils einen Platz zu suchen, um dort ungestört die eigene Lebensuhr auszufüllen (30 Minuten Zeit).

Die Teilnehmenden tragen nun wichtige erlebte und erwartete zukünftige Ereignisse in die Lebensuhr an den entsprechenden Stellen ein. Falls Schwierigkeiten seitens der Teilnehmenden hinsichtlich dieser Aufgabe bestehen, kann die Seminarleitung mit Vorschlägen zu Ereignissen wie der eigenen Geburt, der Einschulung, dem ersten Kuss, Feierlichkeiten, Hochzeiten und Reisen die Imagination der Teilnehmenden anregen.

Nachdem alle ihre Lebensuhren ausgefüllt haben, präsentieren die Teilnehmenden ihre Lebensuhren nacheinander dem Plenum. Die Zuhörenden können dabei Fragen an den/die Präsentierenden stellen. Im Anschluss an die Präsentation leitet die Seminarleitung zur Auswertung über.

Auswertung

In einer offenen Gesprächsrunde sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Lebensuhren thematisiert werden, dabei sollte die Seminarleitung darauf achten, dass untereinander bestimmte Traditionen nicht als besser oder schlechter bewertet werden.

Das Gespräch kann anhand folgender Fragen geführt werden.

- Was habt ihr Neues voneinander erfahren?

- Was hat euch überrascht?

- Habt ihr gewusst, dass…?

Dieser bewusste Austausch über die unterschiedlichen Lebensvorstellungen kann dazu führen, dass Teilnehmenden, die von anderen Teilnehmer_innen bislang in der Nähe der eigenen Kultur vermutet wurden, durch die von Familie zu Familie unterschiedlichen Traditionen gar nicht mehr so nah erscheinen. Umgekehrt können Gemeinsamkeiten mit Teilnehmenden entdeckt werden, die zuvor als Angehörige einer vermeintlich fremden Kultur wahrgenommen wurden.

Die Seminarleitung sollte durch Rückfragen die Teilnehmer_innen dazu anregen, über die Ursachen für ihre Auswahl der Lebenssituationen und -ereignisse nachzudenken. Dadurch sollen die Teilnehmenden erkennen, dass Lebenserwartungen und -inhalte nicht nur auf eine bestimmte kulturelle Herkunft zurückzuführen sind, sondern auch im familiären Umfeld und durch persönliche Einstellungen geprägt werden.

In diesem Zusammenhang sollte die Seminarleitung die Teilnehmenden dazu anregen, Beispiele aus dem eigenen Alltag zu finden, in denen sie es selbst als störend empfanden, wenn ihnen andere mit einer kulturalisierenden Erwartungshaltung begegnet sind („Italiener essen Pasta“, „Türken fahren 3er-BMW“, „Deutsche sind pünktlich“ etc.) [l1] 


 [l1]Lerninhalte

Rahmenbedingungen

Zeit:

- 1 h und 20 Minuten

Material:

- je TN eine A3-Kopie: Arbeitsblatt A.IV.

- Stifte

Arbeitsmaterial

- Arbeitsblatt A.IV.


Themen
  • Warm-up- und Kennenlernübungen
Schlagworte
  • Zuschreibungen
  • Diversität
Zielgruppen
  • Multiplikator_innen/Lehrer_innen
  • Menschen mit Migrationsgeschichte/People of Color
  • Engagierte Bürger_innen
Mediengattung
  • Unterrichtsmaterial/Arbeitshilfe